Das Frühjahr in Svalbard verbindet Schnee, Eis und anhaltendes Tageslicht. Das Meereis erreicht sein jährliches Maximum oder nähert sich ihm, was die Route nach Norden lenkt. Ihr Expeditionsteam und die Schiffsoffiziere werten täglich aktuelle Eiskarten aus – das Eis kann sich binnen eines Tages um Dutzende Kilometer verschieben. Die Route richtet sich danach, wo Eisbedingungen und Tierbeobachtungen am günstigsten sind.
An der Eiskante – oder im Eis selbst – lohnt es sich, mit dem Fernglas Ausschau zu halten. Eisbären, die Robben als Nahrungsquelle folgen, Walrosse, Polarfüchse und Elfenbeinmöwen sowie Ringel- und Bartrobben sind mögliche Begegnungen. Die Frühjahrslandschaft an Land bleibt weitgehend schneebedeckt, viele Buchten noch eisgefüllt. An klaren Tagen setzen sich schneebedeckte Bergrücken scharf gegen den Himmel ab; bei Bewölkung entsteht eine ruhige Palette aus Weiß, Grau und Blau. Neben treibendem Meereis sind auch Eisberge und Gletscherfragmente zu sehen, deren Ursprung in den Bergtälern liegt.
Mit fortschreitender Saison erwacht die Landschaft langsam: Einzelne Hänge und Täler tauen auf, Gräser und Moose werden sichtbar, Schmelzwasser setzt sich in Bewegung. Die Kälte bleibt dennoch bestimmend, mit wiederkehrenden Frost-Tau-Zyklen vor allem im Norden und Osten. Felswände beleben sich mit zurückkehrenden Seevögeln – Alken, Lummen und Dreizehenmöwen beginnen mit Nestbau und Balz. Wale können ebenfalls auftreten: Belugas sind das ganze Jahr präsent und gelegentlich im Meereis zu beobachten, einzelne Blauwale erscheinen im späten Frühjahr in Küstengewässern.
Mit sieben vollen Expeditionstagen werden verschiedene Standorte angesteuert. Mögliche Ziele sind die Fjordsysteme Hornsund, Bellsund, Isfjorden, Krossfjorden, Smeerenburgfjorden, Raudfjorden, Woodfjorden, Sorgfjorden und weitere. Landungen entlang der Küsten und in Fjorden sind geplant – meist auf Schnee, teils auf freigelegtem Felsgelände. Wenn Bedingungen es erlauben, ist auch das Betreten des Meereises möglich.