Im Sommer erwacht Spitzbergen: Zugvögel, Seevögel und Wale – darunter gelegentlich Blauwale – nutzen das reiche Nahrungsangebot der arktischen Gewässer. Hunderte von Pflanzen-, Flechten- und Moosarten blühen für wenige Wochen auf, Schneefelder weichen grünen Flecken und Wildblumen. Wildtierbeobachtungen sind nicht garantiert, aber der Sommer bietet gute Zugangsbedingungen.
Mit dem Rückzug des Meereises öffnen sich die nördlichen und östlichen Bereiche des Archipels. Von Zodiacs aus lassen sich Vogelkolonien an steilen Klippen beobachten – Krabbentaucher, Lummen und Papageitaucher nisten in Felsspalten. Auch Arktische Seeschwalben, Eiderenten und gelegentlich Königseiderenten sind anzutreffen.
An Land sind Landgänge in Täler, Vorberge und arktische Strände möglich. Rentiere weiden im Sommer aktiv, Eisbären sind präsent – Spuren im Sand oder Schlamm zeugen häufig von ihrer Nähe. Treibholz, das sibirischen Ursprungs ist und von arktischen Strömungen hierher getragen wurde, findet sich an manchen Stränden.
Aktive Gletscher sind ein weiteres Merkmal dieser Jahreszeit: Schmelzwasser beschleunigt die Erosion, Gezeitengletscher kalben mit hörbarem Donner. Zwischen Eisbergen und Treibeis sind die Geräusche des schmelzenden Eises und der Strömungen gut wahrnehmbar.
Die Route richtet sich täglich nach den Meereisbedingungen. Mögliche Ziele sind die Fjordsysteme Hornsund, Bellsund, Isfjorden, Krossfjorden, Smeerenburgfjorden, Raudfjorden, Woodfjorden und Sorgfjorden mit ihren Bergen und kalbenden Gletschern. Bei passenden Bedingungen sind auch Besuche bei Fallensteller-Hütten oder Forschungsstationen möglich.